Auswirkungen der Musiktherapie
 
Eine Mutter berichtet über ihr Kind:
Felix (Name geändert), 3 Jahre alt, Autist, spielt etwas besser mit Spielzeug. Er zeigt zumindest kurz Interesse für alles.
Insgesamt ist er wacher geworden, d.h. er nimmt Personen und Umwelt mehr wahr.
Er akzeptiert viel besser, wenn mehrere und auch fremde Personen im Raum sind.
Er mag sogar, wenn Kinder in seiner Nähe sind.
Manchmal kann er ziemlich genau zeigen was er will, z.B. essen, trinken, spielen.
Manchmal reagiert er auf Aufforderungen wie z.B. “hol’ das Buch” oder “komm essen”.

Eltern berichten über ihr Kind:
Tobias (Name geändert), 9 Jahre alt, Autist, entwickelt großen Wissensdurst. Er hinterfragt und entwickelt das Bedürfnis, Zusammenhänge zu verstehen.
Beim Vorlesen bzw. Ansehen eines Buchs hört er intensiver zu.
Er hat inzwischen Geduld, sich kurze Filme anzusehen (Thomas, die Lokomotive z.B.).
Er spielt mit Ausdauer und entwickelt eigene Ideen. Er spielt Dinge aus der Erwachsenenwelt nach (z.B. telefonieren, verkaufen...)
Er lässt Nähe zu und sucht Körperkontakt.
Er kann in manchen Situationen mehr Geduld aufbringen (z.B. beim Üben von selbständigem An- bzw. Ausziehen).
Insgesamt ist er weniger aggressiv und zugänglicher.

Frau P. leidet unter einer wachsenden Demenz und verlässt die Praxis nach jeder Sitzung positiv gelaunt. Einige ihrer Kommentare:

“Ich merke, dass ich das alles noch kann.” (Sie entwickelt Melodien aus ihrer musikalischen Vergangenheit auf dem Metallophon und variiert die Themen).
Die von der Therapeutin gespielten Liedthemen greift sie auf und singt Teile des Textes mit.
Frau P. berichtet über das durch die beginnende Demenz bedingte Ende ihrer Unternehmerinnenkarriere vor 15 Jahren. Ihre Erzählung schließt damit verbundene Gefühlsbeschreibungen mit ein.
“Das sind so Dinge, die man dann einfach wegschob, weil sie zu schmerzlich sind. Es tut gut, darüber mal reden zu können.”